Ausbildung als Gamechanger

Natascha Flormann: „VOBASOF hat mich sehr bereichert“

„Ich möchte nicht mehr an einer anderen Schule arbeiten.“ Natascha Flormann brennt für ihre Schüler*innen am Kolping-Berufskolleg in Brakel. Feuer gefangen hat die Deutsch- und Religionslehrerin nicht zuletzt durch ihre VOBASOF-Ausbildung. Als erste Lehrkraft im Kolping Schulwerk hat sie die 18-monatige berufsbegleitende Ausbildungsmaßnahme für das Lehramt für sonderpädagogische Förderung absolviert. „Mich hat die Qualifizierung persönlich sehr bereichert und weit nach vorne gebracht. Ich habe mich dadurch als Lehrerin noch einmal neu aufgestellt“, sagt die frisch geprüfte Sonderpädagogin, die vor vier Jahren als Lehrkraft an das Förderberufskolleg in Brakel kam – damals noch ohne sonderpädagogische Ausbildung.

Ein Porträt von Natascha Flormann Natascha Flormann geht gestärkt aus ihrer berufsbegleitenden VOBASOF-Ausbildung.

Die gebürtige Brakelerin hatte zunächst eine Regelschullaufbahn eingeschlagen: mit einem Referendariat an einem Gymnasium in Unna und einer anschließenden Lehrtätigkeit an einer Hauptschule in Dortmund, bevor sie im Winter 2022 in ihrer Heimatstadt Brakel die Stelle am Kolping-Berufskolleg annahm und im August 2024 mit der berufsgeleitenden Ausbildung am Zfsl Paderborn begann. Wieder die Seminarbank drücken, Fachleiter*innen zu Unterrichtsbesuchen einladen, sich einer Prüfungskommission stellen – wer ein Referendariat absolviert hat, denkt meist nicht gern daran zurück. Doch trotzdem würde Natascha Flormann die VOBASOF-Ausbildung jederzeit weiterempfehlen. „Man bekommt viele neue Perspektiven und Denkanstöße, viel positives und konstruktives Feedback und es macht sogar richtig Spaß“, sagt die 32-Jährige.

Haltung und Blickwinkel verändert

„Das, was ich am meisten verändert habe, sind meine Haltung und mein Blickwinkel auf den Arbeitsalltag, auf die Schüler*innen und die Lerninhalte“, erklärt Natascha Flormann. In der Qualifizierungsmaßnahme lernte sie, zweidimensional zu arbeiten: Das heißt, bei allen Unterrichtsstunden ein fachliches und ein entwicklungsbezogenes Ziel zu verfolgen. Anders als zuvor ist ihr Unterricht individueller auf die Bedürfnisse der Schüler*innen ausgerichtet.

In der Ausbildung bekam sie das fachliche Rüstzeug und wertvolle Impulse, die ihr helfen, den Herausforderungen im Umgang mit Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung oder psychischen Belastungsfaktoren zielorientiert zu begegnen, die Menschen und ihr Verhalten zu verstehen, sie zu fördern und sie mit den nötigen Kompetenzen für ihr Berufs- oder Alltagsleben auszustatten.

„Wir unterrichten wundervolle Menschen“

„Das A und O bei unseren Schüler*innen ist die Beziehungsarbeit“, betont Natascha Flormann, der die persönliche und soziale Entwicklung ihrer Schüler*innen sehr am Herzen liegt. Ihr persönlicher Anspruch: das Beste aus ihnen herauszuholen. Das spiegelte sich auch in ihren Unterrichtsbesuchen wider, bei denen sie Lernsettings umsetzte, die über den Förderschwerpunkt Lernen hinausgingen. „Meine Schüler*innen haben gemerkt, dass ich ihnen etwas zutraue und deswegen haben sie das auch geschafft“, berichtet die Berufsschullehrerin stolz. So führten sie beispielsweise eine Minigerichtsverhandlung auf Grundlage von Ferdinand von Schirachs ethischer Urteilsbildung vor oder bewiesen ihre beschreibende Kommunikationsfähigkeit bei einem komplexen Lernspiel.

„Der Unterricht macht den Schüler*innen mehr Freude, dadurch ist auch mein Arbeitsalltag erfüllender“, sagt die examinierte Sonderpädagogin, nachdem sie entdeckt hat, wozu sie ihre Klasse beflügeln kann. „Ich habe erkannt, was für wundervolle Menschen wir unterrichten“, sagt die Pädagogin nach ihrer VOBASOF-Ausbildung. Wichtig ist ihr daher, ihre Schulzeit zu einer wertvollen Lebensphase zu machen, an die sie später gerne zurückdenken. Seitdem setzt sie alles dran, um den Schüler*innen ein gutes Vorbild zu sein, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen, sie zu motivieren aus alten Mustern auszubrechen und über sich hinauszuwachsen. Die Ausbildung, aber auch das Feedback durch ihre Schüler*innen haben Natascha Flormann gezeigt: „Ich merke, dass ich hier richtig bin und vielen Menschen helfen kann, persönlich und beruflich weiterzukommen.“