Wenn Wolken Wasser lassen

Forschergeist in der Kita „Auf dem Stempel“ ausgezeichnet

Wie viel Wasser kann eine Regenwolke halten? Dieser Frage gingen die Kinder der Gütersloher Kolping-Kindertageseinrichtung „Auf dem Stempel“ gemeinsam mit Erzieher Lucas Beckmann ganz praktisch auf den Grund. Aufmerksam verfolgte auch Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus, begleitet von Landrätin Ina Laukötter, die kleinen Experimente. Anlass des Besuchs war die erneute Zertifizierung der Einrichtung als „Haus, in dem Kinder forschen“.

Kita-Leiterin Johanna Galert hält die Zertifizierung in den Händen. Die Zertifizierung entgegengenommen hat Kita-Leiterin Johanna Galert. Foto: Kreis Gütersloh

Die Auszeichnung bestätigt, dass das forschende Lernen fest im pädagogischen Alltag der Kita verankert ist. Die Re-Zertifizierung erfolgt alle zwei Jahre. Voraussetzung ist unter anderem, dass die pädagogischen Fachkräfte regelmäßig an entsprechenden Weiterbildungen teilnehmen und Kindern im Alltag vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken und Forschen eröffnen.

Gutschein für zusätzliche Weiterbildung 

„Wir bekommen viele Impulse aus dem Programm“, sagt Kita-Leiterin Johanna Galert. Davon profitieren die Kinder unmittelbar: Naturwissenschaftliche Phänomene werden nicht nur erklärt, sondern gemeinsam beobachtet, hinterfragt und ausprobiert. Neben der Urkunde erhielt die Kita deshalb auch einen Gutschein für eine zusätzliche Weiterbildung.

In der Einrichtung werden derzeit 89 Kinder aus 17 Nationen betreut. 28 von ihnen gehören zu den künftigen Schulkindern. Gerade mit Blick auf den Übergang von der Kita in die Grundschule spielt die Förderung grundlegender Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Der pädagogische Ansatz setzt auf gemeinsames Lernen: Kinder entwickeln zusammen mit ihren Bezugspersonen Fragen, suchen nach Erklärungen und probieren Lösungswege aus. Anregende Gespräche, geeignete Materialien und praktische Forscherideen sollen dabei Neugier, Selbstständigkeit und weitere Basiskompetenzen fördern.

Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus nahm sich bei seinem Besuch Zeit, sich die Strukturen und die pädagogische Arbeit der Kita erläutern zu lassen. Dabei ging es auch um die Frage, wie Investitionen in Bildung möglichst früh Wirkung entfalten können. Umso wichtiger war den Beteiligten der Austausch darüber, wie frühkindliche Bildung und die Bildungsarbeit in der Primarstufe ineinandergreifen.

Von Seiten der Kolping Kita gGmbH nahm Prokuristin Claudia Tschackert an dem Termin teil. Auch für die Kita und das Bildungsbüro des Kreises Gütersloh bot der Besuch Gelegenheit, ihre Arbeit und die Bedeutung kontinuierlicher Bildungsangebote für pädagogische Fachkräfte vorzustellen.Koordinatorin Ingrid Weitzel begleitete die Politischen Vertreter durch die Einrichtung.

Stiftung Kinder forschen und Bildungsbüro

Die gemeinnützige Stiftung Kinder forschen engagiert sich bundesweit für frühe Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit Netzwerkpartnern vor Ort unterstützt sie pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, Kinder beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten.

Im Kreis Gütersloh übernimmt das Bildungsbüro des Kreises diese Netzwerkfunktion. Ziel ist es, Bildungschancen von Kindern zu verbessern, Basiskompetenzen zu stärken und das Interesse an MINT- und Umweltthemen zu fördern. Dazu werden pädagogische Fach- und Lehrkräfte qualifiziert und bei der praktischen Umsetzung des forschenden Lernens unterstützt.

Ein weiteres Angebot sind die vom Bildungsbüro koordinierten Entdeckerwochen. Sie sollen Kindern zusätzliche Möglichkeiten zum Forschen eröffnen und gleichzeitig Fachkräfte bei der Umsetzung entsprechender Angebote in ihren Einrichtungen unterstützen.

 

Text: Kreis Gütersloh