Menschen helfen, die deutsche Sprache zu lernen, damit sie in der Gesellschaft Fuß fassen – das treibt Irena Burmester bereits seit ihrem Studium an. „Die Sprache ist der Schlüssel zu allen Türen“, lautet ihre zentrale Botschaft auch an ihre heutigen Schüler*innen. Seit zwei Jahren unterrichtet die 46-Jährige am Kolping-Berufskolleg Paderborn (BKP) in den Internationalen Förderklassen vorrangig Deutsch als Zweitsprache – seit ihrer Feststellungsprüfung im Juni 2025 mit unbefristeter Lehrerlaubnis. An die Schule an der Otto-Stadler-Straße in Paderborn führte sie ursprünglich ihre zweite Leidenschaft: die Musik.
Menschen unterstützen und begleiten – mit dieser Triebkraft entschied sich Evelyn Eickmeyer damals für einen sozialen Beruf. Seitdem hat die 54-jährige Detmolderin in vielen Funktionen und Arbeitsfeldern der „Sozialen Arbeit“ Erfahrungen gesammelt. Als sie vor zwei Jahren als Quereinsteigerin ans Kolping Sozialseminar Detmold kam, kam eine weitere reizvolle Komponente hinzu: Als Lehrkraft kann sie mitgestalten, wie Erzieher*innen auf den Beruf vorbereitet werden und sie als Multiplikator*innen ins Berufsleben schicken. „Sie gehen mit dem Wissen, den Handlungsoptionen, der Haltung und allem, was wir ihnen beibringen, in die Fläche. Das ist eine schöne Vorstellung“, sagt Evelyn Eickmeyer. „Ich kann jetzt mit meiner Arbeit mehr erreichen.“
Trotz großer Nervosität und anstrengender Prüfungszeit: „Es war eine schöne und geniale Erfahrung und die Bestätigung, dass ich das Richtige mache.“ Heike Wengenmaier gerät ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Feststellungsprüfung spricht. Im Mai 2025 hat sich die Quereinsteigerin erfolgreich der Prüfungskommission gestellt und im Anschluss ihre unbefristete Lehrerlaubnis innerhalb des Kolping Schulwerks erhalten. Begeistert ist die studierte Sportwissenschaftlerin, wenn sie an die Unterstützung, Hilfe und Rückendeckung aus dem Kollegium und von ihren Schüler*innen zurückdenkt. „Dafür mache ich das. Ich bin für die Menschen – für die Kolleg*innen und Schüler*innen – da, wo ich jetzt bin“, sagt die Berufsschullehrerin über ihre berufliche Kehrtwende.
Es war an ihrem Küchentisch in Zeiten der Coronapandemie, als sie ihre Leidenschaft fürs Unterrichten entdeckte. Mit zwei Fünftklässlerinnen und zwei Erstklässlerinnen – darunter ihre beiden Töchter – und ihrem jüngsten Sohn als Zaungast hat Raphaela Beineke in diesen Zeiten zusammen „Schule gemacht“. Der Funke sprang über. „Ich habe gemerkt: Das Unterrichten und Erklären machen mir Spaß“, sagt die 46-Jährige, die kurz drauf – zum Halbjahr 2022 – am Kolping-Berufskolleg Brakel als Quereinsteigerin anfing. Jetzt, drei Jahre später, hat sie ihre Feststellungsprüfung bestanden und ist mit unbefristeter Lehrerlaubnis allen voran in der Ausbildungsvorbereitung (AVV) unterwegs. Der ausschlaggebende Punkt: „Mit Jugendlichen dieser Altersgruppe zu arbeiten, hat mir gefehlt“, sagt die Englisch- und Deutschlehrerin. Am Kolping-Berufskolleg kann sie beide Leidenschaften miteinander kombinieren.
In der Berufsberatung nach ihrem Abitur hatte sie in einem Punkt eine klare Vorstellung gehabt: „Ich möchte kein Lehramt studieren.“ Doch seit ihrer Feststellungsprüfung im April 2024 ist Marina Bidlingmeier Lehrerin mit Festanstellung und sagt: „Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen.“ Ihr berufliches Leben schlug die eine oder andere Kehrtwende, bis sie am Kolping-Berufskolleg Gütersloh ins kalte Wasser sprang und erstmals vor einer Klasse stand. „Es war kaltes Wasser, aber es war angenehm kaltes Wasser“, sagt die Quereinsteigerin, die ihren Beruf nicht mehr eintauschen möchte.
Einen neuen beruflichen Meilenstein hat Daria Wiese erreicht. Die 41-Jährige hat am 23. November 2023 ihre Feststellungsprüfung bestanden. Die studierte Erziehungswissenschaftlerin freut sich, mit der unbefristeten Lehrerlaubnis am Kolping Berufskolleg Paderborn eine Chance erhalten zu haben, sich neu aufzustellen. Nach ihrer Elternzeit war die Zeit für eine neue Weichenstellung gekommen. Nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legte sie in die Waagschale. Auch inhaltlich wollte die Paderbornerin einen anderen Schwerpunkt setzen. Anders als in ihrer vorherigen Tätigkeit suchte sie nach einer Möglichkeit, Jugendliche früher zu erreichen und sie auf einen guten Weg zu bringen.